Baden-Württemberg
gegen Menschenfeindlichkeit
und Rechtsextremismus.

 

Alte Deutsche, Neue Deutsche. - Einheimisch sein im Einwanderungsland?

Montags, 23. Oktober 2017 - 05. Februar 2018, 18:15-20:00 Uhr in Karlsruhe

Deutschland ist zum Einwanderungsland geworden, was lange Zeit politisch umkämpft war und trotzdem seit Jahrzehnten gesellschaftliche Realität ist. 20,3 Prozent der Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Das sind 17,1 Millionen Menschen. 7,8 Millionen davon sind aufgrund der Staatsbürgerschaft Ausländer und 9,3 Millionen Deutsche (Mikrozensus 2015). In Schulen, Nachbarschaften, Unternehmen, im Gesundheitswesen und in der Sozialarbeit, in Wissenschaft, Kultur und Sport wird mit Einwanderung schon lange selbstverständlich und mit großer Erfahrung umgegangen. Einwanderer und ihre Nachkommen, die sogenannten Neuen Deutschen, gestalten diese Gesellschaft mit, aber werden sie auch als Deutsche anerkannt? Und wie sehen sich die Alten Deutschen, also diejenigen ohne Migrationsgeschichte, im Einwanderungsland?


Welche Relevanz hat „Deutsch Sein“ im Einwanderungsland? Gibt es verschiedene Arten des Deutsch-Seins, also „Alte Deutsche“ und „Neue Deutsche“? Kann man es überhaupt werden, oder muss man es immer schon gewesen sein? Wer sind heute die „Einheimischen“?


Um unterschiedliche Perspektiven und die Konsequenzen für die eigene Arbeit und die eigene Haltung im Einwanderungsland Deutschland zu diskutieren, veranstaltet die Pädagogische Hochschule Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg im Rahmen des Landesprogramms „Demokratie stärken“ die Vorlesungsreihe Alte Deutsche, Neue Deutsche. Einheimisch sein im Einwanderungsland?


Die Ringvorlesung bietet unterschiedliche Perspektiven auf diese Debatte. Richtungsweisende wissenschaftliche Analysen aus verschiedenen Disziplinen werden ebenso einbezogen wie journalistische Beiträge, gesellschaftspolitisches Engagement in Städten oder Fußballverbänden oder Interpretationen durch Comedians. Es kommen Einschätzungen verschiedener politischer Couleur, gleichermaßen Alte Deutsche wie Neue Deutsche und Angehörige mehrerer Generationen aus dem Einwanderungsland Deutschland zu Wort.


Die Reihe will das Thema „Deutsch (geworden) sein“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Aktuelle Informationen findet man, sobald das Programm feststeht, unter www.demoratie-bw.de sowie auf den Webseiten der PH und bei Facebook.

Ort:

Karlsruhe, Pädagogische Hochschule, Bismarckstr. 10, 76133 Karlsruhe, Gebäude 2, Raum A.020


Uhrzeit und Datum:

wöchentlich montags, 18.15 – 20.00 Uhr, vom 23. Oktober 2017 bis 5. Februar 2018


Zielgruppen:

Studierende, Lehrende und MitarbeiterInnen der PH Karlsruhe und weiterer Hochschulen der Stadt, MultiplikatorInnen der Bildungsarbeit, interessierte Öffentlichkeit


Kosten:

Die Teilnahme ist kostenlos


Koordination:

Madeleine Kumbartzki (madeleine.kumbartzki@ph-karlsruhe.de) in Abstimmung mit Prof. Dr. Annette Treibel (PH Karlsruhe) und Felix Steinbrenner (LpB Baden-Württemberg)

Referentinnen und Referenten

Prof. Dr. Naika Foroutan, Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung

Prof. Dr. Hermann Korte, Universität Siegen

Fatih Cevikkollu, Schauspieler und Comedian

Petra Kuropka, Stadtjugendausschuss Karlsruhe

Ferda Ataman, Mediendienst Integration Berlin

Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun (?)

Gülsün Serdaroglu (?) und Antonella Serio, Leiterin des Projekts "Chancengleichheit" der Caritas

Marc de Jongen, Stellvertretender Sprecher und Programmkoordinator der AfD Baden-Württemberg und Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag

Prof. Dr. Caroline Robertson-v. Trotha, Zentrum für angewandte Kulturwissenschaft am KIT

Prof. Dr. Annette Treibel, PH Karlsruhe und Dr.Thomas Geier, Marthin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Cacau, Integrationsbeauftragter des DFB

Ph.D. Fatima E. Tayeb, University of California San Diego

Thomas Lindemann, Autor

Prof. Dr. Byung-Chul Han, Universität der Künste Berlin

Programm

23.10.2017
Eröffnung: „Neue Deutsche“? Wissenschaftliche Begründung und politische Entwicklung, Naika Foroutan

30.10.2017
Die etablierten Deutschen und ihre ausländischen Außenseiter. Ein Rückblick auf die Anfänge der Gastarbeiterforschung, Hermann Korte

06.11.2017
Comedy, Faith Cevikkollu

13.11.2017
Alte und Neue Deutsche in der Praxis, Petra Kuropka

20.11.2017
Von Journalisten mit Migrationshintergrund zu Neuen Deutschen Medienmachern, Ferda Ataman

27.11.2017
50 Jahre Einwanderungsland Deutschland – Basiswissen für Alte Deutsche, Karl-Heinz Meier-Braun

04.12.2017
Film und Diskussion: Gülsün Serdaroglu im Gespräch mit Antonella Serio

11.12.2017
Streitgespräch, Marc de Jongen und Omid Nouripour

18.12.2017
Caroline Robertson-v. Trotha

08.01.2018
Streitgespräch: Einheimisch im Einwanderungsland: Eine Frage der Integration?, Annette Treibel und Thomas Geier

15.01.2018
Cacau

22.01.2018
Undeutsch als Kategorie der Normalisierung, Fatima E. Tayeb

29.01.2018
Keine Angst, hier gibt’s auch Deutsche! Warum Neukölln ein Labor für Deutschland ist, Thomas Lindemann

05.02.2018
Abschluss: Flüchtlinge im neuen Deutschland, Byung-Chul Han