Baden-Württemberg
gegen Menschenfeindlichkeit
und Rechtsextremismus.

 

Grenzenloser Salafismus - Grenzenlose Prävention?

Radikalisierung, politische Bildung und internationale Ansätze der Prävention

Tagung zur Salafismusprävention. Foto: Rebecca Beiter

(Dieser Text wurde von der Webseite der bpb zur Veranstaltung übernommen.)

2015 wird die Ausreise in den sogenannten "Islamischen Staat" (IS) unter Strafe gestellt. Knapp ein Jahr später ereignet sich der erste Terroranschlag des IS auf deutschem Boden. Es werden Vereinsverbote verhängt, die nachrichtendienstliche und polizeiliche Überwachung wird ausgeweitet, die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden ausgebaut. Gleichzeitig sinken die Ausreisezahlen sowohl nach Syrien als auch in den Irak und der IS verliert Stellungen. Man könnte 2017 schlussfolgern, dass der Mythos des "Kalifats" erloschen ist und die Radikalisierungsprävention zu den Akten legen. Ein beliebiges Gespräch mit Schulen, Jugendarbeit oder Verwaltung zu den Stichworten Salafismus und Radikalisierung zeigt jedoch: Der Bedarf nach Präventionsprojekten und neuen Formaten der politischen Bildung ist weiterhin hoch.

Viele Ansätze der Radikalisierungsprävention sind allerdings umstritten: Wie viel theologisches Wissen braucht die politische Bildung? Wo hört Demokratieförderung auf und wo fängt die Einschränkung der Religionsfreiheit an? Wie umgehen mit durch den Krieg traumatisierten Rückkehrerinnen und Rückkehrern? Was fördert die psychische Resilienz? An welcher Stelle müssen die Beteiligten von Prävention zu Repression übergehen? Und wie kann ein Ausstieg aus der salafistischen Szene gelingen? Kaum eine Präventionsmaßnahme im Bereich des Salafismus ist bisher evaluiert. Es gibt keine allseits anerkannten Standards in der Präventionsarbeit und trotz einer verschärften Sicherheitslage bleibt Radikalisierung eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die nicht an Polizei und Nachrichtendienste abgeschoben werden kann.

Manche sehen in einer einheitlichen nationalen Präventionsstrategie den Schlüssel zu erfolgreicher Prävention. Andere halten in Zeiten, in denen es noch keine unangefochtenen Ansätze gibt, zunächst föderale Experimentierfelder für vielversprechender, auch um regionalen und lokalen Herausforderungen differenziert begegnen zu können. Was bei diesen Diskussionen manchmal untergeht: Andere europäische Länder stehen nun schon seit einigen Jahren vor denselben Herausforderungen und machen eigene Präventionserfahrungen. Dabei zeigen sich durchaus verheißungsvolle Resultate und – für die Konzeption von Maßnahmen mindestens ebenso wichtige – Beispiele des Scheiterns gut gemeinter Projekte im Praxistest.

Klar ist: Während der Salafismus als Ideologie keine Ländergrenzen kennt, verharren die Präventionsansätze meist in den Nationalstaaten. Die Fachtagung nimmt eine Bestandsaufnahme der aktuellen Entwicklungen vor, fördert die internationale Vernetzung und regt den fachlichen Austausch an. So stärkt sie die Präventionslandschaft in Deutschland und Europa.

 


Termin

04.12.2017 bis 05.12.2017

Ort

Congress Center Rosengarten
Rosengartenplatz 2
68161 Mannheim

Zielgruppe

Haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte aus den Bereichen politische Bildung, Schule, Jugendhilfe, Sozialarbeit, Sicherheitsbehörden, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wissenschaft, die in ihrer Arbeit mit dem Phänomen des Salafismus konfrontiert sind.

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Anmeldung

> hier Anmelden

Weitere Informationen gibt es hier.
Bitte melden Sie sich bis zum 24.11.2017 an.

Kosten

Die Teilnahmegebühr richtet sich nach der Anzahl der Übernachtungen und ist inkl. Verpflegung.

  • ohne Übernachtung: 30 Euro
  • eine Übernachtung (4.-5.12.17) im Doppelzimmer*: 50 Euro
  • eine Übernachtung (4.-5.12.17) im Einzelzimmer*: 75 Euro

*Eine Übernachtung am Vortag ist prinzipiell möglich. Allerdings muss aufgrund der öffentlich bezuschussten Übernachtungskosten gesondert begründet werden, warum eine Anreise am 4. Dezember 2017 (Montag) unzumutbar ist. Ein triftiger Grund ist beispielsweise eine notwendige Abfahrt von der Wohnung aus vor 6.00 Uhr. Bitte wählen Sie in diesem Fall in der Anmeldemaske die einfache Übernachtung im Einzel- oder Doppelzimmer aus und richten Sie eine zusätzliche Mail an die Teilnehmer/-innenorganisation. Die Teilnahmegebühren betragen bei zwei Übernachtungen (3.-5.12.2017) im Doppelzimmer: 75 Euro im Einzelzimmer: 120 Euro.

Reisekosten können nicht erstattet werden. Kosten für die Stornierung der Hotelunterbringung, die durch eine Absage bzw. Nichtanreise entstehen, müssen wir Ihnen leider in voller Höhe in Rechnung stellen. Die Rückerstattung der Teilnahmegebühr ist nicht möglich. Die Teilnahmegebühr wird jedoch auf die Kosten für die Stornierung der Hotelunterbringung angerechnet.


 

Kontakt bei Fragen zur Teilnehmer/-innenorganisation

sauerbrey | raabe
büro für kulturelle angelegenheiten
Erkelenzdamm 59-61
10999 Berlin
bpb-tagung@remove-this.sauerbrey-raabe.de

Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
Fachbereich Extremismus
Hanne Wurzel
Adenauerallee 86
53113 Bonn
hanne.wurzel@remove-this.bpb.de