Baden-Württemberg
gegen Menschenfeindlichkeit
und Rechtsextremismus.

 

Klausurtagung: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rassimuskritik

Montag, 11. April 2016, 10 Uhr bis 16 Uhr

Tagungsbericht

von Markus Wanzeck (www.text-salon.de)

Am 11. April 2016 fand im Stuttgarter Hospitalhof, gemeinsam organisiert von der BruderhausDiakonie Reutlingen, dem Netzwerk Rassismuskritische Migrationspädagogik und der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) Baden-Württemberg, die Klausurtagung Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rassismuskritik statt. Rund drei Dutzend Akteure und Forscher aus den Bereichen Rechtsextremismusprävention, Antidiskriminierung und politische Bildung kamen aus ganz Baden-Württemberg zusammen, um sich über die theoretischen Grundlagen ihrer Arbeit und daraus folgende praktische Konsequenzen auszutauschen, darunter Prof. Kurt Möller und Prof. Claus Melter von der Hochschule Esslingen sowie Prof. Nausikaa Schirilla von der Katholischen Hochschule Freiburg.

Die Tagung sei Ausdruck und Folge eines Aufeinanderzubewegens von Rechtsextremismusprävention und Rassismuskritik, das nach Bekanntwerden der NSU-Morde einsetzte, erklärte Felix Steinbrenner von der LpB. Im November 2014 hatte Steinbrenner, der in der Rechtsextremismusprävention tätig ist, auf der Tagung „Zäsur? Politische Bildung nach dem NSU“ in Magdeburg den rassismuskritischen Migrationspädagogen Andreas Foitzik von der BruderhausDiakonie Reutlingen kennengelernt. Es war ein erster Austausch zwischen zwei zwar benachbarten, aber doch weitgehend autark agierenden Arbeitsbereichen. „Für mich waren diese zwei Szenen, Rechtsextremismusprävention und Antidiskriminierung/Rassismuskritik, in Baden-Württemberg über viele Jahre tatsächlich getrennte Sphären“, so Foitzik. „Es war kein konkurrierendes Verhältnis, sondern eher ein arbeitsteiliges.“

Die Begegnung in Nordostdeutschland hatte Folgen für den Südwesten: Seit November 2014 nähern sich LpB und rassismuskritische Institutionen in Baden-Württemberg einander an, mit gemeinsamen Veranstaltungen und Projekten – und nun im Rahmen der Klausurtagung. Sie soll Akteuren, die mit unterschiedlichen Annahmen arbeiten, die Möglichkeit zum Austausch und zur Reflexion der eigenen theoretischen Hintergründe zu bieten – auch als Basis für weiterführende Überlegungen, welche Ansätze in welcher Ausprägung in der praktischen Arbeit sinnvoll sind und wo sich Kooperationen ergeben könnten.

Den Auftakt der Tagung bildeten, stellvertretend für die Positionen der Rechtsextremismus- und der Rassismuskritik-Forschung, Vorträge von Kurt Möller und Claus Melter.

Vortrag Kurt Möller

Kurt Möller stellte in seinem Vortrag zunächst einmal das Konzept der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) in Grundzügen vor: Gemäß der „Bielefelder Definition“ (Wilhelm Heitmeyer, Andreas Zick, etc.) bezeichne GMF die Ablehnung einer Person oder Personengruppe allein schon deshalb, weil sie nicht zur eigenen Gruppe gerechnet wird, mithin eine fremde, eine andere Gruppe ist. „Rassismuskritisch würde man wohl sagen: Weil diese Personen ‚ver-andert‘ werden“, so Möller.

Er verwies auf die bekannte grafische Darstellung des Syndroms GMF und seinen von einer Ideologie der Ungleichwertigkeit integrierten Facetten, zu denen auch der Rassismus zählt: „Daran wird schon deutlich, dass Rassismus nicht ein Gegenbild zu GMF ist, sondern ein Teilaspekt.“
Möller betonte, wie verbreitet rechtspopulistische Einstellungen – charakterisiert durch GMF plus die ergänzenden Faktoren Autoritarismus; Demokratiemisstrauen und Elitenschelte; Nationalismus; Wut, Hass und Gewalt – in Deutschland sind, auch jenseits der jüngst gewachsenen AfD-Wählerschaft. Einer Studie von Beate Küpper und Andreas Zick zufolge sind 20 Prozent der Bevölkerung dem Rechtspopulismus zugeneigt (Personen, die mindestens drei von vier Rechtspopulismus-Kriterien erfüllen). Fasst man den Rechtspopulismus weiter, als „rechts der Mitte“, lassen sich ihm 42 Prozent der Deutschen zuordnen.

Anschließend konfrontierte Möller das GMF-Konzept mit einer Reihe von Kritikpunkten, die er an dessen Initialien festmachte, beginnend mit dem für „Gruppen“ stehenden G. „Die GMF tut so, als gäbe es diese Gruppen, gegenüber denen eine Menschenfeindlichkeit gemessen wird“, so Möller. Doch in welchem Sinn existiert die Gruppe der Homosexuellen; der Fremden; der Asylsuchenden? „Wir konstruieren sie – in dem Moment, in dem wir diese Begrifflichkeit benutzen.“. Entsprechenend liege es an jedem einzelnen, genauer hinzusehen, „wie die Prozesse der Gruppierung von ‚Ver-anderten‘, von Fremdgemachten stattfinden“.

Zweitens, das M („Menschen“): Die Adressaten von Feindlichkeit seien nicht nur Menschen(gruppierungen), argumentierte Möller, sondern auch Lebenspraxen. „Man hat nicht nur etwas gegen Schwule, sondern auch etwas gegen Homosexualität.“ Gegen Religion. Gegen Weltanschauungen.

Drittens, das F („Feindlichkeit“): Möller warnte vor voreiliger Etikettierung bei Jugendlichen. Aus seiner langjährigen wissenschaftlichen Erfahrung heraus glaube er sagen zu können, dass jugendliche Einsteiger, zwischen 13 und 16 Jahren, nie Rechtsextreme sind, sondern „allenfalls rechtsextrem orientiert“. Insbesondere solle man sich davor hüten, Jugendliche als Menschenfeinde zu titulieren: „Wir müssen nur mal überlegen, was wir mit 13, vielleicht auch noch mit 17 oder 21, gemacht haben. Da war eine Menge Blödsinn dabei.“ Jugendliche befänden sich in einer Phase der Identitätsbildung, in der vieles fluide sei. „Wenn man das nicht wahrnimmt, ist das geradezu unpädagogisch.“

Darüber hinaus kritisierte Möller am „Bielefelder Konzept“ der GMF eine begriffliche Beliebigkeit. So würden „Feindlichkeit“,„Abwertung“, „Wut“, „Hass“, „Ablehnung“, „Vorbehalten“ etc. mehr oder weniger synonym benutzt: „Damit verschenkt man analytische Tiefenschärfe.“ Auch sei es fragwürdig, hinter dem GMF-Syndrom stets eine Ideologie der Ungleichwertigkeit am Werke zu sehen. Gerade bei Jugendlichen, so Möllers Eindruck, lasse sich selten eine elaborierte Ideologie ausmachen – stattdessen Faktoren, die man als „Repräsentation“ bezeichnen könnte (neben rationalen Elementen zählen dazu z.B. auch Metaphern, Symbolik, Habitualisierung).

Als Konsequenz aus den genannten Kritikpunkten plädiert Möller dafür, anstatt von GMF besser von pauschalisierenden Ablehungskonstruktionen (PAKOs) zu sprechen. Damit gerate automatisch auch der Prozess der Konstruktion in den Fokus. Möller ist es wichtig zu betonen, dass es ihm dabei nicht um eine Ablehnung der Ablehnungskonstruktion an sich gehe: „Ich habe kein Problem damit, wenn jemand einen anderen ablehnt. Ich habe eines, wenn die Ablehnung pauschal, pauschalisierend erfolgt.“

Vortrag Claus Melter

Claus Melter begann seinen Vortrag mit einer Anekdote, die einen Kerngedanken der rassismuskritischen Perspektive illustriert – und für ihn ein Schlüsselerlebnis gewesen sei: Er habe einmal gemeinsam mit Kollegen ein Sommerfest besucht, auf dem zwei „als herkunftsdeutsch kategorisierte Jugendliche“ einen „als migrantisch kategorisierten Jugendlichen“ angriffen, auf ihn einschlugen, ihn rassistisch beschimpften. „Wir haben diese Jugendlichen weggezogen, mit ihnen geredet“, so Melter. „Und irgendwann ist uns voller Erschrecken eingefallen: Wir haben uns gar nicht um den Angegriffenen gekümmert. Da haben wir uns geschämt.“

Später habe er gezielt nach Studien über Personen, die rassistisch angegriffen werden, gesucht – mit vergleichsweise geringem Erfolg. Denn, so Melter: „Auch in der Forschung liegt der Fokus auf denen, die Gewalt ausüben.“ Seit vielen Jahren setze er sich deshalb mit der Frage auseinander: Wie ist das Verhältnis von nationalstaatlicher und rassistischer Diskriminierung für die Lebenspraxen aller Personen? Drei Aspekte sind ihm dabei besonders wichtig: die Achtung der Integrität; die Selbst- und Mitbestimmung; der faire Zugang zu positiven Werten wie Rechten, Bildung, Arbeit, Wohnen und Ansehen. Stets lasse er sich von der Frage leiten: Welchen Zugang haben verschiedene Gruppen zu diesen Ressourcen?

„Eine gesamtgesellschaftliche, historische Analyse wird uns verdeutlichen, dass wir Teil der Verhältnisse sind“, so Melter weiter. „Wir sind, wenn wir uns einkommensmäßig verorten oder in Bezug auf die Geschlechterverhältnisse, Teil der Gesellschaft.“ Rassismuskritik beinhalte somit immer eine Gesellschaftsanalyse. Schon allein, weil sich Kritik nicht außerhalb der Gesellschaftsverhältnisse verorten kann und darf: „Wir Wissenschaftler sind nicht Außenstehende, nur Betrachtende.“

Melter plädierte dafür, Gesellschaft als Raum von Machtverhältnissen zu betrachten. Dabei definiert er Macht nicht als Ausübung von Zwang gegenüber anderen, sondern im weiteren Sinne als Möglichkeit, Einfluss auf die eigenen Lebensverhältnisse und die anderer zu nehmen. „Macht ist dynamisch. Und Machtverhältnisse können dann ungleich werden, wenn bestimmte Gruppen systematisch mehr Zugang, mehr Einflussmöglichkeiten über andere haben.“ Vor diesem Hintergrund dürfe man die Augen nicht vor institutioneller legaler Diskriminierung verschließen, müsse sie vielmehr daraufhin hinterfragen, ob sie moralisch und politisch legitim ist – etwa im Fall des Asylgesetzes, das systematisch Menschen gleiche Rechte vorenthalte.

Darüber hinaus könne auch die formale und die soziale Zugehörigkeit miteinander im Widerspruch stehen, gab Melter zu bedenken: „Wenn Sie systematisch mit Stereotypen und Vorurteilen drangsaliert und auf diese Weise ausgegrenzt werden, dann hat das eine Wirkung. Dann erfolgt eine Subjektivierung. Dann müssen Sie sich in irgendeiner Weise damit auseinandersetzen.“ Als Beispiel für eine solche Divergenz von formaler und sozialer Zugehörigkeit nannte er das racial profiling – die Praxis von Polizisten also, gezielt Leute aus der Menge zu kontrollieren, die sie aufgrund ihres Aussehens als nicht deutsch einordnen. Ähnliche, wenn auch bisweilen subtilere stereotype threats vermutet Melter in vielen Bereichen der Gesellschaft, etwa im Bildungssystem. Gerade in letzterem sei es frappierend zu sehen, dass Leute in einer bestimmten, pauschalisierenden Weise kategorisiert würden und ihnen dementsprechend Leistungsvermögen zugeschrieben werde. „Man kann da eine diffuse Verbindung zu nationalen, ethnischen, rassistischen Konstruktionen feststellen.“

Oft blieben rassistische Haltungen zwar – bewusst oder unbewusst – unter der Oberfläche verborgen, aber deswegen seien sie kaum weniger wirkmächtig. Ein Kollege habe einmal folgenden guten Rat gegeben, um diesen subkutanen Rassismus zutage zu fördern, erklärte Melter: „Wenn Sie überprüfen wollen, ob etwa im Sprechen über ‚Kulturkreise‘ etwas verwendet wird, das Ähnlichkeit mit einer Rassekonstruktion hat, setzen Sie einfach mal überall ‚Rasse‘ statt ‚Kultur‘ ein.“ Funktioniere das Gesagte mit diesem Kultur-Ersatz noch immer, habe man offenbar ein rassistisches Sprachversteck aufgetan. Damit solle nicht gesagt sein, dass Diskriminierung unbedingt auf den Rassebegriff abstellen müsse, erklärte Melter. Dies sei zwar eine besonders frappierende Spielart; doch auch nationalstaatliche, ethnische oder kulturalisierende Diskriminierung seien zu kritisieren. Maßgeblich sowohl für die Bildungs- als auch für die soziale Arbeit sollten immer, ganz unabhängig von der Spielart einer möglichen Diskriminierung, die Fragen sein: Verletzen wir Integritäten? Sind wir fair zu den konstruierten Gruppen?

Diskussion: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Im Anschluss an die Vorträge von Kurt Möller und Claus Melter lud Nausikaa Schirilla die beiden Vortragenden im Rahmen einer moderierten Diskussionsrunde – zunächst in Form einer Podiums-, anschließend als Plenumsdiskussion – dazu ein, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von GMF und Rassismuskritik herauszuarbeiten. Neben der theoretischen Ebene sollten auch mögliche praktische Konsequenzen in den Blick genommen werden.

Melter benannte mit der Ablehnung der Ablehnungskonstruktion (gegenüber z.B. den Sinti und Roma, den Juden, den Moslems) zunächst einmal eine wichtige Gemeinsamkeit beider Ansätze. Ein Hauptunterschied hingegen bestehe darin, dass im Zentrum der GMF-Analyse die Herkunftsdeutschen stünden. „Die Idee der Rassismuskritik ist dagegen, dass alle – also explizit auch die Ausgegrenzten, Abgewerteten – als handelnde Subjekte in den Fokus genommen werden.“ Bei den Heitmeyer-Studien zumindest sei das Erleben der Opfer höchstens am Rande thematisiert worden; bei Möllers Jugendstudien immerhin werde der Fokus nun erweitert.

Zudem betonte Melter noch einmal, dass der rassismuskritische Ansatz die Gesellschaft auf die in ihr wirksamen Machtverhältnisse hin analysiere – und überdies danach frage, „ob sich darin historisch sehr alte Abwertungskonstruktionen – Kolonialgeschichte, Antisemitismus, Nationalsozialismus – wiederfinden“.

Möller entgegnete, dass er der Gesellschaftsanalyse tatsächlich keine übergeordnete Bedeutung beimesse – deshalb, weil aus GMF-Sicht das Individuum im Vordergrund stünde: Wie konstruieren Subjekte das, was sie für Realität halten? Und wie entsteht daraus, aus dem Interagieren von Subjekten, schließlich Intersubjektivität, Sozialität? „Ich habe das Gefühl, dieser Ansatz ist ertragreicher, als von vornherein mit einer makrosystemischen Sichtweise auf die Menschen zuzugehen und daraus ihr Handeln abzuleiten – also etwa, um ein bisschen polemisch zu werden, zu sagen: ‚Der Rassismus erklärt alles.‘“

Melter mochte dieser Argumentation nicht folgen und hielt ihr selbst eine kleine Polemik entgegen: „Wir können überhaupt nicht ohne Vorannahmen in die Welt gehen. Die Frage ist ja gerade: Wie kommt mensch aus der Induktion, der Empirie, zu den abstrakten Entitäten?“ Die Rassismuskritik unterscheide sich von der GMF darin, dass sie ihre Beobachtungen überhaupt in eine Gesellschaftsanalyse einbetten wolle. Dass sie wage, Fragen zu stellen wie: „Wird die aktuelle Gesellschaft durch nationalstaatliche Diskriminierung, durch an Rassekonstruktionen anschließende Denk- und Handlungsmuster beeinflusst?“ Möller pflichtete der Einschätzung seines Kollegen bei, ohne darin freilich ein Defizit sehen zu wollen: „Da kochen wir (GMFler) auf viel kleinerer Flamme.“

Nachmittagssession

In der Nachmittagssession wurden sechs Arbeitsgruppen gebildet, in denen die Tagungsteilnehmer verschiedene Themengebiete der vormittäglichen Diskussionen vertieften und auf ihre praktischen Konsequenzen hin abklopften. Die Ergebnisse und offenen Punkte wurden im Plenum präsentiert.

In einer Fishbowl-Runde (kleiner Innenkreis mit im fliegenden Wechsel aktiv Diskutierenden, großer Außenkreis mit Zuhörenden) wurden einige zentrale Punkte noch einmal gruppenübergreifend diskutiert. Ohne abschließende Ergebnisse – dafür mit der Erkenntnis, wie lohnend der Austausch in Form einer solchen Klausurtagung dennoch sein kann. Und das, trotz des intensiven Theoriediskurses, auch auf ganz praktischer Ebene: So hat die Tagung beispielsweise, zum ersten Mal überhaupt, Mitarbeitern der Antidiskriminierungsstellen Stuttgart, Mannheim, Heidelberg, Esslingen, Freiburg und Tübingen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch gegeben.

Den Aspekt der Vernetzung hob auch Andreas Foitzik in seinem Tagungs- und Tagesfazit hervor. Er betonte die wichtigen Anknüpfungspunkte, die sich daraus u.a. für die Arbeit des Netzwerks rassismuskritische Migrationspädagogik Baden-Württemberg ergeben (und wies zudem auf den Newsletter des Netzwerks hin, zu abonnieren unter www.rassismuskritik-bw.de/materialien/newsletter).

Ausschreibung

Programme und Projekte im Bereich Extremismusprävention basieren häufig auf der Grundlage des
GMF-Konzeptes, im Bereich Antidiskriminierung dagegen vorwiegend auf Theorien aus dem Feld der
Rassismuskritik. Aus diesen theoretischen Grundlegungen folgen auch je unterschiedliche
konzeptionelle und praktische Ansätze.

Es ist in letzter Zeit eine spannende Annäherung und zunehmende Kooperationen zwischen den
beiden Handlungsfeldern zu beobachten. Gleichzeitig finden diese Kooperationen oft mit wenig
Wissen über die jeweils anderen theoretischen Grundlagen statt. Dies wäre allerdings notwendig, um
prüfen zu können, wo Kooperationen sinnvoll sind und wie sie gestaltet werden können, ohne reelle
Unterschiede zudecken zu müssen.

Mit diesem Klausurtag wollen wir dazu beitragen, dass wichtige „Stakeholder“ miteinander
sprachfähiger werden. Es geht nicht darum, welches der Konzepte „richtig“ oder „sinnvoll“ ist,
sondern welches Konzept für welche Praxis angemessen ist.

Konkrete Fragen sind
• Sind Einstellungen und Vorurteile oder Strukturen und Macht Ansatzpunkte für pädagogische Arbeit?
• Sind die Maßnahmen in der Lage heterogene Zielgruppen zu adressieren?
• Kann man Opfer- und Antidiskriminierungsberatung sinnvoller Weise unter einem Dach anbieten?

Die Veranstaltung ist ein Kooperation des Projekt „IKÖ³“ des Bereichs Praxisentwicklung im Fachdienst
Jugend, Bildung, Migration der BruderhausDiakonie Reutlingen, dem Netzwerk Rassismuskritische
Migrationspädagogik und der Landeszentrale für politische Bildung im Rahmen des Landesprogramms
„Demokratie stärken!“

Organisatorisches

Referent/innen
Prof. Dr. Nausikaa Schirilla, Katholische Hochschule Freiburg,
Prof. Dr. Claus Melter, Hochschule Esslingen,
Prof. Dr. Kurt Möller, Hochschule Esslingen

Zielgruppe
Programmverantwortliche in den Feldern Extremismusprävention und
Antidiskriminierung

Ort
Stuttgart, Bildungszentrum Hospitalhof, Büchsenstraße 33

Tagungsbericht

Der komplette Tagungsbericht steht hier zum Download bereit: PDF