Baden-Württemberg
gegen Menschenfeindlichkeit
und Rechtsextremismus.

 

Hintergrund

Schulen leisten einen wesentlichen Beitrag, Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern in unserer Gesellschaft zu begleiten, sie zu starken Persönlichkeiten zu machen und demokratie- und menschenfeindlichen Haltungen vorzubeugen. Ziel der schulischen Auseinandersetzung mit diesen Themen ist es u. a., Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen Perspektiven die grundlegende Bedeutung von Toleranz, solidarischem Verhalten und ethischer Verantwortung zu vermitteln, die für das Funktionieren und den Zusammenhalt einer demokratischen Gesellschaft unverzichtbar sind. Dadurch soll der Entwicklung demokratie- und menschenfeindlicher Einstellungs- und Verhaltensmuster vorgebeugt werden.

Um die Wirksamkeit von allgemeinen präventiven Maßnahmen zu verbessern, hat das Kultusministerium das Präventionskonzept "stark.stärker.WIR." entwickelt, das seit Beginn des Schuljahres 2012/ 2013 allen Schulen in Baden-Württemberg zur Verfügung steht. Dieses Präventionskonzept zielt in erster Linie darauf, die Lebenskompetenzen zu fördern und die Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schüler zu stärken.

Bildungspläne

Die Bildungs- und Lehrpläne aller allgemein bildenden und beruflichen Schulen bieten viele Anknüpfungspunkte, die Themen Demokratie, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und politisch oder religiös motivierten Extremismus aufzugreifen. In den neuen Bildungsplänen 2016 der allgemein bildenden Schulen sind die Themen in den Leitperspektiven "Prävention und Gesundheitsförderung" sowie "Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt" verankert.

Die schon 2004 eingeführten Bildungspläne der allgemein bildenden Schulen ermöglichen Schulen, Projekte des Sozialen Lernens zu gestalten. Sie können Schulentwicklungsprojekte und Schulprogramme durchführen, die darauf abzielen, den Respekt vor Andersdenkenden und die gewaltfreie Austragung von Konflikten in konkreten schulischen und außerschulischen Situationen früh zu fördern; das wird auch im Rahmen der ab dem Schuljahr 2016/ 2017 geltenden Bildungspläne möglich sein.

Aus- und Fortbildung von Lehrkräften

Im Rahmen der Lehrerausbildung lernen die Studierenden Theorien zur Entstehung und Veränderung von Einstellungen kennen. Dabei wird auch thematisiert, unter welchen Bedingungen Einstellungen zu Verhalten führen, zum Beispiel im Bereich der Demokratieerziehung und Gewaltprävention. Mit der Umstellung der Lehramtsstudiengänge auf die BA- und MA-Struktur hat das Kultusministerium  das Thema Prävention wegen seiner übergeordneten Bedeutung als Querschnittskompetenz in den Bildungswissenschaften und in allen Fächern verbindlich verankert.

In den Vorbereitungsdiensten an den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung aller Schularten liegen die Schwerpunkte in der schulpraktischen Umsetzung zum Beispiel im Bereich der Intervention bei Verhaltensauffälligkeiten oder der Kooperation mit Eltern.

In der Lehrkräftefortbildung sind Themen wie "Demokratie leben", "Leben in Gemeinschaft" und "Rechtsextremismus" Gegenstand von Fachfortbildungen, vor allem in den geisteswissenschaftlichen Fächern. Dabei geht es neben den kognitiven Kompetenzen insbesondere um die Frage, wie die Themen erleb- und erfahrbar vermittelt werden können und ein unmittelbarer Zusammenhang zum eigenen Verhalten und Leben hergestellt werden kann. Am 4. Juli 2015 fand an der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen ein Symposium mit dem Titel "Islamismus, Salafismus, Jihadismus" statt.

Schülermentorenprogramm Politik (er-)lebt!

Das Kultusministerium hat zusammen mit dem Studienhaus Wiesneck, der Landeszentrale für politische Bildung und dem Landesschülerbeirat ein Schülermentorenprogramm Politik (er-)lebt! entwickelt, das aus dem Landesjugendplan finanziert wird. Das schulartübergreifende Programm vermittelt Schülerinnen und Schüler ab 13 Jahren, politisch-historisches Wissen und fördert die Meinungs- und Urteilsbildung.
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Mit Zivilcourage gegen Extremismus

Die Landeszentrale für politische Bildung bietet im Rahmen vom "Team meX. Mit Zivilcourage gegen Extremismus" verschiedene Veranstaltungen für Schulen an. Sie finden auf Anfrage vor Ort am Wunschtermin der Einrichtungen statt.

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Netzwerk Demokratie und Courage

Das Netzwerk Demokratie und Courage führt Projektttage über Diskriminierung und curagiertes Verhalten an Schulen durch.

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